Die Call-Center-Branche kämpft mit ihrem schlechten Image. Ein verbindlicher Mindestlohn soll Abhilfe schaffen. Wann der jedoch kommt, steht in den Sternen.
Freundliche, qualifizierte und gut bezahlte Mitarbeiterinnen - Nicht ganz die gängige Assoziation mit Callcentern. Bild: imago/blickwinkel
BERLIN taz | "Mit gemischten Gefühlen", sagt Manfred Stockmann, Präsident des Call-Center-Verbands Deutschland, auf der jährlichen Branchenmesse, sehe er die aktuelle Situation. Einerseits sei trotz Krise ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen. "Andererseits haben wir uns selbst vor schwer lösbare Herausforderungen gestellt." Die betreffen vor allem fehlende Arbeitskräfte und das anhaltend schlechte Image der Branche.
Abhilfe schaffen will man nun mit einem verbindlichen Mindestlohn. Im November hat die Mitgliederversammlung des Call-Center-Verbandes den Vorstand beauftragt, die Gründung eines Arbeitgeberverbandes in die Wege zu leiten, sie führt nun Verhandlungen mit den größten deutschen Unternehmen. Steigen genug davon ein, könnte der neue Verband Verhandlungen mit den Gewerkschaften aufnehmen.
Die anderen 1 Prozent
Deutschland hat sich nach Großbritannien als zweiter großer Markt für Callcenter in Europa etabliert, berichtet Vincent Vanden Bossche, Präsident des europäischen Verbandes ECCCO. Rund 450.000 Menschen würden in Callcentern arbeiten, etwa 1 Prozent der arbeitenden Bevölkerung.
(Quelle: http://www.taz.de/Call-Center-Messe/!88684/ )
